Praktikum bei uns in Schweden - einige Worte vorweg
Der Verein Lant-Liv ist keine große Insitution und
auch kein Vermittler von Arbeitsstellen oder Praktikumsstellen. In
unserem Reiseführer ostsmaland.org gibt es eine Rubrik mit Infos zum Auswandern,
hier kannst Du auch Informationen zur Jobsuche finden.
Praktikum oder EVS- was ist der Unterschied
Prinzipiell gibt es bei uns zwei Angebote:
Ein Praktikum richtet sich an Menschen, die sich in einem Beruf
ausbilden und nun die erworbenen Kentnisse ausprobieren möchten.
Es ist regelmässig in Ausbildungswege (z.B. auch als Vorpraktikum)
eingebunden und folgt einer Praktikumsordnung. Es geht hier nicht nur
darum, in interessante Bereich reinzuschauen sondern bereits
vorhandenes Wissen anwenden zu lernen. Im wesentlichen gilt der Deal:
Der Pratkikant entlastet mit seinen Arbeiten und die Firma nutzt den
Freiraum für die Bereitsstellung der Praktikumsmöglichkeiten
und Anleiter.
Beim Freiwilligendienst steht der Wunsch, zu einem
spannenden Projekt etwas beizutragen im Vordergrund. Erwartet wird auch
hier ein Einsatz für die Sache - allerdings mehr als
Erfahrungsfreiraum und zum reinschnuppern. Im Gegensatz zu einem
Praktikum ermöglicht die EU durch Zuschüsse im gewissen
Rahmen andere Integrationsmöglichkeiten. Natürlich kann die
Betreuung nicht so dicht sein, wie z.B. in der Schule.
Wir haben
keine "Praktikumsstellen", die wir regelmässig besetzen wollen
oder müssen. Wir
freuen uns immer über Menschen, die sich einbringen und das
Leben
hier mitgestalten, ohne es durcheinander zu bringen.
Willst Du das Ausland kennenlernen?
Dann bewirb Dich doch bitte nicht bei uns! Les Dir
diesen Text genau
durch, bevor du dich bewirbst.
Wir sind
Deutsche. Wir machen ein Projekt, das wir spannend finden. Und leben
zufällig in Schweden.
Tragen wir uns in irgendeine Praktikumsbörse
ein, hagelt
es immer gleich E-mails mit sogenannten "Bewerbungen". 300 pro Monat
sind keine Seltenheit. Selbst wenn nur ganz versteckt irgendwo steht,
dass der Einsatzort Schweden ist.
Fragen wir nach den Motiven für eine Bewerbung,
kommt
immer ein pauschales "ich will ins Ausland". Fragen wir nach, ob die
Bewerberin Interesse an einem Praktikum mit gleichen
Tätigkeiten aber in Deutschland hat, kommt: "Sagen Sie mal,
wollen
Sie mich verarschen?"
Praktikum bedeutet, dass man eine berufliche Praxis
sieht und sich
einlässt. Wir sind gerne bereit, unsere Erfahrungen
weiterzugeben. Du musst also Interesse für das
Projekt und das, was wir machen, mitbringen.
Offensichtlich hat ein Standort im Ausland eine
Art
berauschende Wirkung, die dazu führt, dass man nichts anderes
mehr
sieht. Aber was lernt man denn über Schweden, wenn man ohne
Sprachkenntnisse bei Deutschen - die zudem noch weit weg von
Städten etc. sind - ein Praktikum macht?
Für
Menschen, die
hauptsächlich Schweden kennen lernen wollen, empfehlen wir,
sich andere Stellen in
der schwedischen Trägerlandschaft zu suchen.
Wenn du darüber nachdenkst, bei uns ein
Praktikum
zu machen,
versuch mal gedanklich unser Projekt nach Deutschland zu verlegen, z.B.
in den Bayrischen Wald. Stell dir vor, was wir dort wohl mit
den Ressourcen,
die es dort gibt, machen würden. Findest du das Projekt immer
noch
spannend? Oder erscheinen dir andere Stellen attraktiver?
Was habe ich zu tun? Wieviele Stunden arbeite ich?
Wir verknüpfen Ebenen miteinander:
Handwerkliche, körperliche, soziale und geistige
Arbeit. Kommst Du als
PraktikantIn hierher, wirst Du Teil eines nicht immer einfachen
Systems. Der Umgang mit Jugendlichen, auch mit Gästen
oder Kunden,
erfordert Flexibilität
und die Bereitschaft, sich einzulassen.
Wir sind mehr Begleiter als Erzieher, und die sozialen
Situationen sind sehr offen. Du hast keine festgelegte Rolle,
sondern musst dir diese erst erarbeiten. (Wir können
ja zum Beispiel ein
tiefgründiges Gespräch mit einem Klient nicht
anordnen.)
Wir arbeiten aus der Situation heraus. Oft werden wir in
Krisensituationen beauftragt, die sich nicht vorausplanen
lassen.
Für uns ist es schwierig vorherzusagen, ob wir
genau
während deines Praktikumszeitraumes schwedische oder
deutsche
(oder
keine) KlientInnen haben. Es kommt immer - aber oft anders als
man denkt.
Zu tun gibt es immer, daher ist jedes Praktikum anders....
Es wichtig, dass du eigenständig bist,
Aufgaben übernehmen kannst und zur Initative bereit bist. Bei
uns
kannst du keine Lösungen lernen, da wir immer wieder
neu ausprobieren.
Wir haben keine Angestellten in der
Hauswirtschaft sondern erledigen alles selbst. Wir haben unsere
festen Aufgabenbereiche, die eine langfristige Weiterverfolgung
bedürfen.
Von eineR PraktikantIn erwarten wir, dass er uns
selbstverständlich hilft, den Rücken frei zu halten:
Also
lieber mal zwei Dinge zuviel wegräumt als eins zuwenig. Lieber
eine Fahrt mehr übernimmt als eine weniger. So
kann Zeit
für die (zusätzlichen) fachliche Gespräche
und
Anleitungen geschaffen werden.
Die Voraussetzungen
Wir sehen Bewerbungen von Menschen gerne, die
-
mindestens 19 Jahre alt sind.
-
die seit mindestens einem Jahr
außerhalb des
Elternhauses wohnen.
-
einen Führerschein haben.
-
zumindest gute Englischkentnisse und gerne einige
Brocken schwedisch sprechen.
-
die Grundstufe in einer sozialtherapeutischen
oder pädagogischen Ausbildung abgeschlossen haben und
das
Praktikum als Bestandteil ihrer Ausbildung machen.
-
Interesse & Erfahrungen
mit handwerklicher, künstlerischer oder
gärtnerischer Arbeit haben.
-
zu einer aktiven Vorbereitung bereit sind.
-
bereit sind, sich auf unsere Lebenssitution
einzulassen und
die Regeln, die für unsere Jugendlichen und uns gelten, zu
befolgen
(Rauchen, Alkohol,
Fahrstil...).
Der Rahmen
-
Ein Praktikum bei uns dauert immer mindestens 6
Wochen.
Wünschenswert sind längere
Zeiträume bis 12 Monaten, wie
sie in der Sozialpädogikausbildung vorkommen.
-
Deine "Arbeitszeiten" betragen die in
Schweden
üblichen 40 Std / Woche, wobei sich diese auch auf die Morgen-
und
Abendzeiten, Wochenende und dergleichen erstrecken
können.
-
Ein Merkmal unserer Arbeit ist, dass die Grenzen
zwischen Privatem und Arbeit verschwimmen. Gelingt es
dir, unsere
Jugendlichen für deine Freizeitaktivität zu
begeistern -
super!
Genauso kann man eine Aktivität mit einem Privateinkauf
verbinden.
Wir hoffen, dass es auch
für dich viele Situationen gibt, in denen du dabei sein
willst, ohne die Stunden zu zählen.
-
Eine Unterkunft in der Nähe
der Anlage ist wünschenswert.
-
Während der ersten sechs Wochen wird das
Praktikum
nicht entlohnt. Du kannst während der Arbeitszeit bei
den gemeinsamen Mahlzeiten mitessen.
-
Vor Abschluss der ersten sechs Wochen
führen wir
ein Auswertungsgespräch, in dem wir uns darüber
verständigen, ob das Prakikum fortgeführt wird. Ab
der achten Woche erhälst du für jeden dann folgenden
kompletten
Monat einen Unterkunfts- und Fahrtkostenzuschuß von 1500 SEK.
(ca. 160 Euro).
-
Bescheinigungen etc. stellen wir natürlich
gerne aus.
Sollten für dein Praktikum Richtlinien gelten, füge
diese
deiner Bewerbung bei. Ab 16 Wochen erhältst du ein
qualifiziertes
Zeugnis.
-
Manchmal treffen wir zusätzlich
Vereinbarungen und
helfen z.B. bei der Wohnungssuche etc. Diese Vereinbarungen treffen wir
separat und gelten unabhängig vom
Praktikumverhältnis.
Immer noch interessiert?
-->> Zu den Hinweisen für BewerberInnen.
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